Zum Klimaschutz: Worte statt Taten

Der Poinger Gemeinderat hat in seiner Sitzung im Juli 2019 vor den Sommerferien einen Beschluss gefasst, in dem die Gemeinde Poing sich zum Teil der „Klimaschutzregion“ Landkreis Ebersberg erklärt.

Es ist dabei klarzustellen, dass der Beschluß nicht auf die Ausrufung des „Klimanotstands“ lautet. Diesbezügliche Berichte in den örtlichen Zeitungen, nun teilweise auch wiederholt im überregionalen Teil, sind also falsch.

In dem Beschluß wird für die Zukunft gelobt, alles Mögliche zu tun, um die Erderwärmung aufzuhalten. Alle 6 Monate (!) soll die Verwaltung über die erzielten Fortschritte berichten. Einen fast wortgleichen Beschluss hat auch der Kreistag gefasst.

Der Beschluss mag gut gemeint sein. Ob er etwas bewirkt, ist fraglich. Denn die Realität sieht anders aus: Bereits vor zehn Jahren hat der Gemeinderat beschlossen, bis zum Jahr 2030 den gesamten Energieverbrauch in unserer Gemeinde um 60 % – bezogen auf das Jahr 2008 – zu reduzieren und die verbleibenden 40 % aus regenerativen und umweltfreundlichen Energieträgern zu gewinnen.

Vor fünf Jahren war festzustellen, dass sich der Energieverbrauch nicht grundlegend geändert hat – nicht einmal in den Gebäuden, die der Gemeinde gehören. Trotzdem wähnte man sich, wie damals gesagt wurde, „auf einem guten Weg“ und hielt an der „Energievision“ fest.

Inzwischen sind noch einmal fast fünf Jahre vergangen und auch jetzt ist eine wesentliche Änderung nicht eingetreten. Der Energieverbrauch hat sich nicht wesentlich verringert. Es ist also in der Vergangenheit versäumt worden, das Notwendige zu tun. Die Änderung und Reduzierung des Energieverbrauchs wird sich mit immer neuen Beschlüssen nicht herbeiführen lassen. Nur Taten können etwas bewirken.

Dies ist nun eine endlich ernst zu nehmende Aufgabe der Gemeinde. Damit wird es jedoch nicht getan sein, vielmehr müssen auch alle Bürger aktiv werden und im eigenen Bereich handeln.

Wolfgang Spieth, Gemeinderat


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